Ministerpräsident Stephan Weil zu Besuch in Großenkneten

Die Aufregung und Freude waren groß als Ministerpräsident Stephan Weil seinen Besuch im Wahlkreis Nr. 66 für den 15. März ankündigte und jeder hätte natürlich am liebsten was von ihm gesehen. Leider ist es zeitlich unmöglich, alle Wünsche zu erfüllen und die Wünsche, die erfüllt wurden, waren schon straff von mir und seinen Mitarbeitern organisiert.

Den Anfang machte Stephan Weil in Großenkneten. Dort wurden wir gegen halb eins von Bürgermeister Thorsten Schmidtke und seiner Rats- und Verwaltungsspitze im Rathaus empfangen, damit sich der Ministerpräsident zunächst ins Goldene Buch einträgt. Danach war noch Zeit für ein Gespräch eingeplant, in dem Herr Weil sich über die Gemeinde informierte. Er war erfreut, dass es dort durchschnittlich 10 Millionen Euro Gewerbesteuereinnahmen gibt. Erstaunt war er über die Bevölkerungsentwicklung:  Der Ort Ahlhorn hat 7800 Einwohner und es gibt dort einen hohen Bevölkerungsanteil mit Migrationshintergrund. Diese Entwicklung hat das Leben im Ort sehr verändert und fordert ein hohes Maß an Integrationsarbeit. Ich weiß, dass die Grundschule in Ahlhorn auf diesem Gebiet eine hervorragende Arbeit leistet und große Anstrengungen für ein gutes Miteinander unternimmt. Trotzdem gibt es auf vielen Gebieten noch einiges zu tun und ein richtiger Schritt in diesem Zusammenhang wäre laut Bürgermeister die Unterstützung des Landes durch die Aufnahme in das Städtebauförderungsprogamm „Soziale Stadt“, damit die Menschen, die zu uns kommen ein würdiges Zuhause finden und eine neue Zukunft aufbauen können. Am Ende kam das Gespräch noch auf das geplante Wasserschutzgesetz und die Landwirte teilten ihrem Ministerpräsidenten ihre Sorgen darüber mit. Stephan Weil betonte, dass er nicht an einem Kampf mit den Landwirten interessiert sei. Fakt sei aber, dass die Wasserqualität in Niedersachsen nicht gut ist, vor allem dort, wo intensive Landwirtschaft, wie im Nordwesten, betrieben wird. Er machte Hoffnung auf regional differenzierte Lösungen.

Stephan Weil probiert in der Testküche aus dem leckeren Sortiment von Heidemark, v.l. Geschäftsführer Bernd Kalvelage, MdL Renate Geuter, Ministerpräsident Stephan Weil, drei Mitarbeiter von Heidemark

Gegen Viertel nach eins wurden wir in der Firma Heidemark in Ahlhorn erwartet. Das Unternehmen macht einen Jahresumsatz von 700 Millionen Euro. Geschäftsführer der Putenschlachterei ist Bernd Kalvelage, der mit weiteren Vertretern der Führungsetage sein Unternehmen vorstellte. Rund 1300 Beschäftigte arbeiten in der Woche an der Schlachtung, Zerlegung und Verpackung von ca. 300.000 Puten. 30% der Belegschaft sind Werkvertragsarbeiter und alle erhalten seit 2014 den Mindestlohn von 8,50 Euro. Die alten Werkverträge existieren noch aufgrund anderer Gesetzesbedingungen der Vergangenheit, aber in spätestens fünf Jahren sollen nur noch 15% der Werkverträge in Kraft sein, versprach Herr Kalvelage dem Ministerpräsidenten. Bei einer Präsentation wurden die Bemühungen um das Tierwohl dargestellt und die geplanten Erweiterungsmaßnahmen vorgestellt. Um die Tiere weniger zu stressen, sollen sie bis zur Schlachtung auch in Außenanlagen leben können und Beschäftigungsmöglichkeiten erhalten. Zur Entwicklung geeigneter Maßnahmen wurde auch die Tierschutzorganisation PETA ins Boot geholt. Die Schlachtzahlen sollen durch die Erweiterungsmaßnahmen nicht erhöht werden. Geplant sind Investitionen in Höhe von 20 Millionen Euro für ein neues Kommissionierlager, ein Tiefkühllager, eine Werkstatt und eine Wasseraufbereitungsanlage. Erfreulicherweise sollen dadurch 150 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Stephan Weil zeigte sich beeindruckt und lobte die Bemühungen der Agrarwirtschaft in Sachen Tierwohl und die Anstrengungen von Heidemark gute Arbeitsbedingungen zu schaffen. Zum Dank erhielt er einen silbernen Anhänger in Form einer Pute und durfte sich in der Testküche mit Produkten des Unternehmens verwöhnen lassen.

Renate Geuter